Crossworx CW Zero: Erster Fahrbericht

Crossworx CW Zero: Erster Fahrbericht

Crossworx CW-Zero Test

Heute stand die erste ernst zu nehmende Ausfahrt mit dem neuen Gefährten – dem Crossworx CW Zero – an. Jetzt würde sich zeigen, was es wirklich drauf hat. Der Spielplatz war eine schöne Alpen Tour mit 66km und 2600 hm. Mächtige Steigungen auf Geröll und Singletrail Abfahrten.

„Unser CW Zero versteht sich als kompromissloses Enduro Hardtail, dass sich auch für eine Cross Country Runde keinesfalls zu schade ist…Unser Hauptziel dabei war es, einen Rahmen zu designen, der drei wichtige Eigenschaften vereint: Schnelligkeit, Steifigkeit und Zeitlosigkeit.“

Eine grosse Ansage von Chris, Gründer von Crossworx Cycles. Dem wollte ich nun auf den Zahn fühlen.

Das Bike

Geometrie

Ich persönliche mag keine extremen Geometrien, bevorzuge eher kleine Rahmen die vorne flach und lang sind und hinten ein kurzes Heck haben. Die „Body-Masse“ des Crossworx CW Zero treffen da voll ins Schwarze. 64er Lenkwinkel, moderater Reach von bei Rahmengrösse M und hinten 428mm kurze Kettenstreben. Das Steuerrohr von 110mm ist super für die steilen alpinen Anstiege, damit mir die Gabel nicht entgegen kommt 🙂

Aufbau

Ich habe mich für das Crossworx entscheiden, weil ich ein Sorglos-Bike aufbauen wollte, mit dem ich Bikepacken kann aber auch mal eine Spassrunde im Unterholz jagen. Ein Bike, das ich gut auch mal einige Hundert Höhenmeter hochtragen kann ohne gleich einen Bandscheibenvorfall zu riskieren. Und nicht zuletzt ein Bike, bei dem ich mehr Zeit auf dem Trail als in der Werkstatt verbringe. Aufgebaut habe ich das Crossworx, mit allem, was noch im Keller lag:

  • Ritchey WCS Trail Laufräder mit Maxxis Minion DHF 2.3″
  • Rock Shox Revelation 140mm
  • Magura Trail Sport Bremse
  • Sram GX Eagle Schlatung
  • Rock Shox Reverb Steath 170mm
  • Und fürs „Bling Bling“ noch ein paar Lila-Teile an den RAW Rahmen

 

Crossworx CW-Zero Aufbau
Schlichter und leichter Aufbau
schlicht, schön und zeitlos
innenverlegte Züge vom Feinsten

Mit den Tubeless-Reifen erhoffe ich mir etwas Komfort beim Downhill, die lange Reverb gibt mir in Kombination mit dem M-Rahmen genug Freiheit zwischen den Beinen und die Eagle mit dem grossen 50er „Teller“ hinten in und dem 32er Blatt vorn knackt auch wüste Alpenanstiege. Soviel zur Theorie…

Auf dem Trail

Der Tag war herrlich! Perfekt, um eine erste Tour jenseits der 2000 M.ü.M Grenze anzupeilen. Die Lumnezia Marathon Route  hat für diese Testfahrt alles nötige drin. Alpines Gelände, Singletrails und knackige Anstiege.

Uphill

Gleich auf den ersten Metern schlängelte sich ein Trail von Lumnezia auf die erste Hochebene. Von einem Hardtail erwartet man, dass das kein Problem ist. Und tatsächlich klettert das Crossworx wie ein Weltmeister. Klar es ist nicht so spritzig wie ein Carbon Hardtail aber es bringt jede Pedalumdrehung effizient auf den Boden. Die Eagle macht die Arbeit leicht und stellt die richtige Überstetzung auch für diesen knackigen Anstieg. Was mich aber sehr gefreut hat ist, dass trotz einer Trail-Geometrie das Vorderrad immer Bodenkontakt hatte. Mein Trail-Fully mit einem 120er Steuerrohr und 150er Gabel hätte da schon einen auf Rodeo-Bulle gemacht. Auch in engen Aufwärtskehren ist das Crossworx wendig und vermittelt viel Kontrolle.

Im folgenden langen einigermassen flachen Stück liess sich das Crossworx wunderbar beschleunigen. Die breiten und mit 1.5 Bar gepumpten Reifen lieferten den nötigen Grip auf dem Schotter. Nach ca. 20 Minuten aber wurde mir erst richtig bewusst, dass ich auf einem Hardtail sitze. Das lange „Geschüttel“ transportierte die Vibrationen direkt in den Hintern und von da auf die Wirbelsäule. Alles nichts gravierendes – wir fahren ja hier Mountainbike und nicht Rennrad – aber nach Monaten Fullyfahren doch eine kleine Umstellung.

Auf dem Weg auf die Alp Nova oberhalb von Lumbrein konnte ich dann das Bike auf seine Tragfähigkeit testen. 200 hm Schultern war angesagt. Mit seinen 11.7 Kilo lässt sich das Bike flink auf den Rücken hieven. Die über 2 Kilo Unterschied zum Fully sind doch spürbar. Also auch in der Tragwertung gutes Ergebnis. Aber jetzt stand die richtige Prüfung an. Wie würde sich das Crossworx auf dem Trail machen?

Downhill

Sattel runter, Bremse auf und los ging’s auf einem zuerst sehr flowigen Singeltrail. Unfassbar wie viel Spass das Bike macht! Nach kurzer Eingewöhnung konnte ich das Gas stehen lassen und volle Kanne den Trail heizen. Durch den flachen Lenkwinkel und dem tiefen Tretlager vermittelt das Bike enorme Sicherheit und liebt es schnell gefahren zu werden. Dennoch ist es enorm wendig mit seinem kurzen Hinterbau. Ich vergesse komplett, dass ich auf einem Hardtail sitze bis der Trail ruppiger wird. Das Waldstück durch das ich heize ist nun gespickt mit Wurzeln und Felsbrocken. Jetzt erfordert das Crossworx eine aktive Fahrweise und eine strake Hand. Die schnellen Schläge vom Untergrund gehen direkt in die Beine und von da in den ganzen Körper. Das macht auf Dauer müde. Aber dennoch ist es unfassbar, wieviel Spass das Bike abwärts macht. Es vermittelt enorm viel Vertrauen.

Fazit Crossworx CW Zero

Ich muss sagen, dass ich doch sehr erstaunt war am Ende der Tour wie spassig das Bike sich im alpinen Gelände bewegen lässt. Man muss sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass es ein Hardtail ist und kann damit bergab keine Komfortwunder erwarten. Als Enduro Bike würde ich es nicht bezeichnen aber als super spassiges Trailbike. Es ist leicht und wendig und lässt sich perfekt durchs Gelände manövrieren. Man sitzt enorm entspannt und zentral im Bike und hat ein vertrautes Gefühl schon auf den ersten Metern. Über den Vortrieb muss man nicht diskutieren. Das Bike ist steif und bringt jedes Watt direkt auf den Trail. Damit klettert man auch steilste Anstiege ohne auf dem Zahnfleisch zu laufen. Dazu ist das Bike auch optisch ein Leckerbissen. Aufgeräumt, schlicht und schön (vor allem in RAW Optik). Kurz: ein Hammer tolles Bike! Komplement an Chris für sein Erstlingswerk! Er hat den Mund mit seiner Ansage tatsächlich nicht zu voll genommen 😉

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